Bildung im Vorübergehen:

Moses-Biletzky-Straße

Zusatzschild-Text:
Sohn deutsch-jüdischer Textilgroßhändler in Halle, Student, Kommunist, Offizier der Interbrigaden im Spanischen Bürgerkrieg
Spender:
gespendet von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. Landesverband Sachsen-Anhalt
Status:
Vorschlag

Moses Biletzky (1911 – 1938)

Sohn deutsch-jüdischer Textilgroßhändler, geboren 1911 in Königsberg.

Nach Umzug seiner Eltern nach Halle an der Saale besuchte er das dortige Gymnasium. Seinen ursprünglichen Plan, nach Palästina zu gehen, gab er auf, schloss sich einem Kreis sozialistischer Idealisten an, wurde Mitglied im KJVD, später der KPD.

In Dresden studierte er an der Technischen Hochschule, betätigte sich dort aktiv im Roten Studentenbund. Wurde als „Nichtarier“ verfolgt und ging deshalb zur Fortsetzung des Studiums nach Berlin.

Als deutsch-jüdischer Kommunist, doppelt gefährdet, wurde er auch dort bedroht, zusammengeschlagen, schwer am Auge verletzt und gezwungen, sein Studium aufzugeben.

Nach Halle zurückgekehrt, erfolgte seine Verhaftung und Einlieferung in das KZ Lichtenburg.

Nach einem ¾ Jahr schwerster Repressalien entlassen, emigrierte er nach Prag, setzte dort sein Studium fort und wirkte aktiv im dortigen antifaschistischem Studentenbund.

Dem Aufruf der von den Franco-Faschisten bedrohten spanischen Volksfrontregierung und seiner Partei, der KPD, folgend, zögerte Moses Biletzky nicht, sein Studium zu unterbrechen und als Kämpfer für die Verteidigung der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit nach Spanien zu gehen.

Ab Dezember 1937 absolvierte er in Madrigueras eine intensive Militärausbildung und kämpfte von da an in den Reihen der XI. Internationalen Brigade als Offizier.

Im schwersten Kampf des Spanienkrieges gegen die Übermacht der verbündeten spanischen, italienischen und vor allem deutschen Faschisten, vor der Stadt Quinto am Ebro, 1938, gab Moses Biletzky sein junges Leben für den Kampf gegen den Faschismus, für eine neue Welt des Friedens und der Freiheit.

Nach der Befreiung vom deutschen Faschismus ehrte ihn die Stadt Halle mit der Widmung seines Namens als Straßenname.


Gisela Döring
LV VVN-BdA Sachsen-Anhalt e. V.

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