Bildung im Vorübergehen:

Herbert-Post-Straße

Zusatzschild-Text:
Schriftkünstler, Buchgestalter, Grafiker, Professor an der Kunstschule Burg Giebichenstein
Spender:
gespendet von Verein der Freunde und Förderer des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) e.V.
Status:
Vorschlag

Herbert Post (1903 – 1978)

Herbert Post zählt nicht nur zu den bedeutendsten deutschen Schriftkünstlern des 20. Jahrhunderts. Als reich begabter, disziplinierter und immens fleißiger Kalligraph und Typograph, Drucker, Buchgestalter und Verleger, Gebrauchsgraphiker und freier Künstler hinterließ er ein Lebenswerk, an dem sich trotz aller folgerichtigen Kontinuität die Wechselfälle und Umbrüche der Geschichte sowie wesentliche Kunstbestrebungen und Strömungen von den zwanziger bis in die siebziger Jahre nachvollziehen lassen.

Herbert Post, 1903 in Mannheim geboren, wuchs in einem musischen Elternhaus auf. Nach einer Buchdruckerlehre in Frankfurt a. M. war er 1922–1925 Meisterschüler des Buch- und Schriftkünstlers Rudolf Koch in Offenbach a. M. Seine Wirkungsstätten waren die hallesche Kunstschule Burg Giebichenstein (1926–1950), die Werkkunstschule Offenbach a. M. (1950–1956) und die Akademie für das Graphische Gewerbe in München, die er von 1956 bis 1968 leitete. Für die Bereiche Schriftkunst und Typographie wurde er 1976 an die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg berufen. Herbert Post starb 1978 in Bayersoien.

Die von ihm entworfenen Druckschriften genießen unter Fachleuten einen fast schon legendären Ruf. Sie fanden in ganz Europa und in Amerika Verbreitung. Seine frühen gebrauchsgraphischen Arbeiten lassen interessante Vergleiche zur Typographie am Bauhaus zu. Zudem hinterließ er ein reiches zeichnerisches und graphisches Œuvre.

Post stand während seiner Tätigkeit im Kontakt mit zahlreichen Schriftstellern und Künstlern sowie wichtigen Typographen und Verlegern der Zeit. Schon in den zwanziger Jahren begann er mit der Herausgabe von Einblattdrucken, Broschüren und Büchern. Während des Nationalsozialismus verlegte er eine Reihe verbotener Texte von Autoren wie Werner Bergengruen, Reinhold Schneider und Hermann Hesse. Er gründete 1953 die Herbert Post Presse, die neben der Grillen-Presse von Richard von Sichowsky, der Trajanus-Presse von Gotthard de Beauclair und der Max-Dorn-Presse zu den ersten vier neu ins Leben gerufenen Privatpressen nach dem zweiten Weltkrieg gehörte.

Angela Dolgner

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