Bildung im Vorübergehen:

Grellstraße

Zusatzschild-Text:
Porträt- und Landschaftsmaler, Kunstprofessor in Berlin, Aquarelle hallescher Baudenkmäler
Spender:
gespendet von Familie Metzner
Status:
realisiert am 27.04.2022

Albert Grell (1814 – 1891)

Carl Gustav Albert Grell war ein deutscher Genre-, Porträt-, Landschaftsmaler und Architekturzeichner des 19. Jahrhunderts. Grell stammte aus Stralsund. Dort wurde er als Sohn des Malers Jacob Grell 1814 geboren. Neben dem elterlich ererbten Talent lernte er auch bei dem seinerzeit bekannten Maler August von Klöden. Die Porträt- und Landschaftsmalerei blieben Zeit seines Lebens seine Hauptthemen.

Schon mit etwa 30 Jahren fertigte er Stadtansichten, zusammengefasst in einem „Album Neu-Vor-Pommerscher und Rügener Städte“. Der inzwischen anerkannte Stralsunder Fachlehrer wechselte etwa 1852 nach Halle an der Saale. Auch hier war er „Ordentlicher Lehrer“ und Maler. Die heutige Kunsthochschule „Burg Giebichenstein“ hatte einen Vorläufer: die Provinzial-Gewerbeschule. Dort war Grell Lehrer, in den Fächern Zeichnen, Mechanik und im Baufach. In seiner Freizeit hatte Grell eine Leidenschaft: er arbeitete im Thüringisch-Sächsischen Verein für Erforschung des vaterländischen Altertums mit. Dieser war 1819 gegründet worden und hatte seinen Sitz in Halle. Ziel war die Pflege und Erhaltung von Baudenkmalen. Mit der sich allmählich durchsetzenden Industrialisierung, auch mitteldeutscher Städte, waren diese zu eng geworden. Die spätmittelalterlichen Stadtkerne, erst recht der in Halle, wurden damals aufgebrochen und im wahrsten Wortsinn Neues geschaffen. Grell musste das festhalten. So entstanden um 1857 40 aquarellierte Bleistiftzeichnungen unter dem Titel: Album Hall9scher Baudenkmäler. Diese sind zum Glück in der halleschen Marienbibliothek erhalten geblieben. Damit bewahrte er Abbilder von Portalen und Innenräumen, die später für immer verloren gingen.

Ende der 80er Jahre sah ich diese Aquarelle erstmals, wieder eine Zeit großer baulicher Umbrüche in der Saalestadt. So entstand mein Bedürfnis, die alten Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der DDR mit ihren Papierkontigenten auf staatliche Zuteilung kein leichtes Unterfangen. Die Auswahl der schönsten Darstellungen erschien unmittelbar nach der Wende 1990 als 2. Buch in der neuen Zeit, im gerade gegründeten Fliegenkopf-Verlag.

Ab 1865 arbeitete Grell als Dozent an der Berliner Königlichen Gewerbe-Akademie bzw. dann an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Er erhielt sogar eine Professur, war Vorsteher einer Abteilung der Berliner Kunstsammlungen. Am 1. April 1891 trat er in Ruhestand und starb am 15. November im gleichen Jahr.

Peter Kubiak

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