Bildung im Vorübergehen:

Uzstraße

Zusatzschild-Text:
Jurist und Dichter des Rokoko, Studium in Halle, Mitbegründer des Halleschen Dichterkreises
Spender
gespendet von Sylvia Wirkner
Status:
realisiert

Johann Peter Uz (1720-1796)

Am 3. Oktober 1720 wird Uz als Sohn des früh verstorbenen Goldschmieds Friedrich August Uz und der aus einer Schwabacher Goldschmiedefamilie stammenden Elisabeth Reisenleiter geboren Nach dem Besuch des Ansbacher Gymnasiums studierte er von 1739 bis 1743 Jurisprudenz in Halle. Uz kehrte noch im August 1743 nach Ansbach zurück. Hier verbrachte er sein weiteres Leben. Als Justizratssekretär fast anderthalb Jahrzehnte unbesoldet, wurde erst dem 43jährigen dank der Ernennung zum Assessor des Kaiserlichen Landgerichts eine »sehr ansehnliche« Stelle zuteil, die ihn aber »immer mehr von den Musen« entfernte, wie in einem Brief an Gleim schrieb. Uz lebte daher, wie seine Schwester Esther Sophia am 15. 4. 1797 an Gleim schrieb, »zu seinem stillen Vergnügen in Erholungsstunden« den Büchern, auf deren Anschaffung er eine feste Summe verwandte. Bei seinem Tod hinterließ er, der schon zu Lebzeiten das anakreontische Prädikat »Weiser« trug, eine Büchersammlung von 4906 Titeln, darunter mehr als 900 juristische Arbeiten, sowie zahlreiche Textausgaben und  Übersetzungen griechischer und lateinischer Autoren, ebenso wie Übersetzungen aus dem Englischen, Italienischen, Französischen und Spanischen, ferner, in zum Teil erheblicher  Größenordnung, Bücher zur Geschichte, Philosophie, Theologie, Literaturgeschichte, Philologie und Epistolographie. Auffällig ist dabei auch der hohe Anteil von 210 Bänden und Sammelschriften zur Theorie und Geschichte der »schönen Wissenschaften«, also insbesondere zur Rhetorik und Poetik einschließlich Verslehre sowie zur Ästhetik des Altertums und der gesamten frühen Neuzeit.

Dieses ästhetisch-theoretische und poetologische Interesse zeichnet Uz unter den Autoren der Anakreontik besonders aus. Es verweist zugleich auf eine grundlegende Anregung jener zunächst in Halle konzentrierten literarischen Schule: auf Alexander Gottlieb Baumgarten und Georg Friedrich Meier. Deren philosophische Kollegs haben Gleim, Götz, Rudnick und  Uz gehört und vor allem deren Schriften zur Kunstkritik zum Teil eifrig zur Kenntnis genommen. Hieran knüpften die Hallenser Anakreontiker auf allen Ebenen ihrer Poesie an, wie nicht zuletzt die Lyrik der ersten Schaffensphase Uz bezeugt. In einer durch die zeitgenössische  Kritik seiner frühen Gedichte herausgeforderten Replik hatte Uz deren  thematischen Kern angedeutet:

Es gibt Leute genug, die nicht leiden können, daß man von Mädgen, Busen und Küssen singt. Diese mögen es mit der lyrischen Dichtkunst ausmachen. Sie legen dem Dichter zur Last, was eine Schuld der ganzen Dichtart und aller guten Dichter dieser Art ist“ (an Gleim, 12. 3. 1756).

Sein erstes Werk „Lyrische Gedichte“  ließ er 1749 in Berlin anonym drucken. Eine wesentlich erweiterte Ausgabe erschien sechs Jahre später. Mit seiner Dichtung wurde Uz ungewollt in die literarischen Auseinandersetzungen seiner Zeit hineingezogen. Seit Mitte der fünfziger Jahre widmet er sich mehr und mehr der weltlichen und geistlichen Dichtung. 1772 erschienen in Leipzig „Sämmtliche Poetische Werke“, in den folgenden Jahren eine von ihm maßgeblich getragene Prosaübersetzung der Werke des Horaz in drei Teilen. Ende der 70er Jahre war er „auf Landesfürstlichen Befehl“ Mitarbeiter an dem "Neuen Anspachischen  Gesangsbuch". Seine eigentliche dichterische Tätigkeit hatte er schon wesentlich früher eingestellt in dem Bewusstsein, dass er sich als Schriftsteller "überlebt" habe, wie er einem Brief vom 27. Februar 1782 an Gleim schrieb. Am 12. Mai 1796 starb Johann Peter Uz in Ansbach. Seine Grabstelle befindet sich auf dem dortigen Friedhof Zu Heilig Kreuz.

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