Bildung im Vorübergehen:

Max-Lademann-Straße

Zusatzschild-Text:
Metallarbeiter, Journalist, Gewerkschafter, KPD-Landtagsabgeordneter für Halle-Merseburg, Tod im KZ Sachsenhausen
Spender
gespendet von Christa und Heinz Wessel
Status:
realisiert

Max Lademann (1896-1941)

Am 17. Mai 1896 wurde Max Lademann als zweites Kind des Malers Bruno Lademann in Leipzig geboren. Er besuchte in Saalfeld die Mittelschule, in Remscheid die Realschule. Mit 15 Jahren verließ er sein Elternhaus und ging nach Hamburg. Dort erlernte er das Schlosserhandwerk und besuchte die Technische Schule. Lademann schloss sich dem Metallarbeiterverband an, war auch in der sozialistischen Jugendbewegung aktiv und wurde zunächst Mitglied der SPD. Im Ersten Weltkrieg diente Lademann im Schleswig-Holsteinischen Dragoner-Regiment Nr. 13. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland Ende 1919 wurde er Mitglied des linken Flügels der SPD, der USPD, aus der die KPD hervorging.

Im Kalischacht bei Roßleben arbeitete Max Lademann als Schweißer, wurde Betriebsratsvorsitzender und Vorsitzender der Ortsgruppe der KPD sowie Bevollmächtigter des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. An den Märzkämpfen 1921 war er in Eisleben beteiligt. In Folge wurde Max Lademann zum  Unterbezirkssekretär der KPD Bezirksleitung Halle-Merseburg für den Unterbezirk Querfurt-Sangerhausen-Mansfeld ernannt. Hier gründete er den Rotfrontkämpferbund mit. 1922 bis 1923 war Lademann Vorsitzender des Kreiskartells des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) Mansfeld und 2. Bevollmächtigter des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes Eisleben. Er richtete eine Filiale der KPD-Zeitung des Bezirkes Halle-Merseburg „Klassenkampf“ ein, die als Treff- und Stützpunkt für die Parteimitglieder diente.

Auf dem Bezirksparteitag der KPD am 21.1.1923 wurde Max Lademann in die Bezirksleitung der KPD Halle-Merseburg gewählt. Auf dem 8. Parteitag der KPD, zu dem Lademann delegiert worden war, wurde eine revolutionäre Gewerkschaftspolitik beschlossen und die Zusammenarbeit mit den „rechten Sozialdemokraten“ abgelehnt. Unter Lademanns Leitung wurde im März 1923 eine Delegation zur internationalen Frankfurter Konferenz entsandt. Lademann organisierte Gewerkschaftskämpfe in Eisleben und Sangerhausen und leitete den Generalstreik im August 1923 gegen die Regierung des Reichskanzlers Wilhelm Cuno.

1924 wurde Lademann Organisationssekretär der KPD-Bezirksleitung und wirkte in dieser Funktion weiter als Redner, Journalist und Organisator der revolutionären Bewegung. Zugleich war er Stadtverordneter in Eisleben.

Bei der auf den gescheiterten Hamburger Aufstand 1923 folgenden Verhaftungswelle wurde auch Max Lademann verhaftet. Da er jedoch am 4. Mai 1924 zu einem der 62 kommunistischen Reichstagsabgeordneten gewählt wurde, genoss er Immunität dieses Amtes und musste die Haftstrafe nicht antreten. Am 7. Dezember 1924 wurde Lademann zudem Mitglied im Preußischen Landtag und blieb dies bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933.

1925 wurde Max Lademann Gewerkschaftssekretär der Bezirksleitung der KPD. Sein Ziel, die marxistisch-leninistische Linie der Partei durchzusetzen, hatte größere Erfolge nur im Deutschen Metallarbeiter-Verband und im Bergarbeiterverband. Um die halleschen Parteimitglieder zu überzeugen fanden am 24. September und am 1. Oktober Funktionärskonferenzen im halleschen „Volkspark“ statt. Ziel war die „Bolschewisierung“, also Zentralisierung der Partei und die Schaffung eines breiten linken Flügels in der Arbeiterbewegung sowie die Schaffung eines linken Gewerkschaftsflügels. Bei der Versammlung am 1. Oktober wurde Lademann zum verantwortlichen Redakteur des „Klassenkampfes“ ernannt.

Im Herbst 1926 wurde Max Lademann 2. Bevollmächtigter der Ortsverwaltung Halle des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. In dieser Funktion kämpfte er u.a. für die Wiedereinführung des 8-Stunden-Tages. Wegen seiner oppositionellen Tätigkeiten wurde Lademann schließlich aus dem DMV ausgeschlossen.

1930 übersiedelte er im Auftrag der Parteileitung nach Hannover und arbeitete dort auch als Organisationssektretär der Bezirksleitung. Am 6. Oktober 1931 wurde er wegen seiner journalistischen Tätigkeit im „Klassenkampf“ zu 2 Jahren Festungshaft verurteilt. Wegen seiner Immunität als Landtagsabgeordneter brauchte er diese zwar nicht anzutreten, sie schützte ihn aber nicht vor weiterer Strafverfolgung, was die Nationalsozialisten ausnutzten. Am 20. April 1933 wurde er festgenommen. Im darauffolgenden Jahr wegen „Hochverrats“ zu 3 Jahren und 9 Monaten Zuchthaus in Kassel-Wehlheiden verurteilt. Nach Ablauf der Strafzeit kam Max Lademann 1939 in „Schutzhaft“ in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Bei einem Einsatz zur Entfernung von Blindgängern am 21. März 1941 wurde Max Lademann von einer Bombe getötet.

Während seiner Zeit in Halle wohnte Max Lademann im Stadtgutweg, zunächst in der Nr. 23, dann in der Nr. 27, zuletzt bis zu seinem Wegzug nach Hannover in der Benkendorfer Straße 85. In der DDR wurde in Halle die Polytechnische Zentralhilfsschule nach ihm benannt. Es gab einen Klub der Werktätigen „Max Lademann“. 1950 erhielt der frühere Alte Feldweg nach Wörmlitz und die zwischenzeitlich nach Baron von Steuben benannte Straße den Namen Max Lademanns. An seinem Wohnhaus im Stadtgutweg, der auf die Max-Lademann-Straße führt, hängt noch heute eine Gedenktafel.

Quellen:

  • Stadtarchiv Halle, Familienarchiv FA 6738 Lademann, MaxLehmann, Gerd: Max Lademann. Zur Geschichte der Arbeiterbewegung im Bezirk Halle, Biographien und Erinnerungen, Heft 1, Halle, 1971.Biographische Angaben im Handbuch der Deutschen Kommunisten (http://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3b-1424.html?ID=4675)Eintrag im Reichstags-Handbuch, Berlin 1924 (http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/bsb00000002/images/index.html?nativeno=466) 

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