Bildung im Vorübergehen:

Klaus-Peter-Rauen-Straße

Zusatzschild-Text:
Jurist, CDU-Politiker, 1991 – 2000 Oberbürgermeister der Stadt Halle
Spender:
gespendet von Dr. Christoph Bergner, Ministerpräsident a.D. und von der Katholischen deutschen Studentenverbindung Rheno-Saxonia Köthen zu Halle im CV.
Status:
Vorschlag

Klaus Peter Rauen (1935 – 2018)

Am 16. April 1935 wurde Klaus Peter Rauen als Sohn des kaufmännischen Angestellten Hans Rauen und seiner Ehefrau Maria, geb. Flecken in Düsseldorf geboren. Rauen studierte Rechtswissenschaften in Bonn und Hamburg. Während seiner Referendarszeit konnte er sich von August 1960 bis Juni 1961 mithilfe eines Stipendiums der italienischen Regierung in Florenz und Rom (bei der Deutsch-Italienischen Handelskammer) auf seine Dissertation vorbereiten, die er 1963 mit einer Arbeit über „Das Auskunftsrecht des Aktionärs im italienischen Recht“ an der Universität zu Köln erfolgreich bestand. Nach dem Studium arbeitete Rauen zunächst als Gerichtsassessor am Landgericht Bonn. 1965 wechselte er in den kommunalen Dienst, war als städtischer Rechtsrat zuständig für die juristische Betreuung städtischer Dienststellen und später persönlicher Referent zweier Bonner Oberbürgermeister. Ab 1971 leitete Rauen das Schulamt der Stadt Bonn, 1975 wurde er zum Beigeordneten für Schule, Jugend und (seit 1980) auch für Gesundheit gewählt. 1983 wurde er zum Allgemeinen Vertreter des Oberstadtdirektors bestellt, fünf Jahre später zum Stadtkämmerer unter Beibehaltung der bisherigen Funktionen.
Am 2. Mai 1991 wurde Klaus Peter Rauen zum Oberbürgermeister der Stadt Halle gewählt, nachdem der erste Oberbürgermeister der Nachwendezeit wegen seiner Verbindung zur Staatssicherheit zurückgetreten war. Nach Abwicklung bestehender Pflichten in Bonn trat Rauen sein Amt am 24. Juni 1991 an. 1994 wurde er für eine weitere Amtszeit wiedergewählt und behielt dies Amt bis zu seiner Pensionierung im April 2000 inne. Rauen setzte sich u. a. ein für die Sanierung des Altstadtkerns von Halle und die Neugestaltung des heutigen Stadtteils Heide-Süd mit Wissenschaftsstandorten, Wohnraum und gewerblicher Nutzung. Er förderte zukunftsorientierte Wissenschafts- und Technologiestandorte – wie z. B. das Technologie- und Gründerzentrum am Weinbergweg, das Riebeckviertel und das Gewerbegebiet Halle-Queis und warb für den Erhalt des Waggonbaus Ammendorf. Die neuen Standorte der Hochschule für Kunst und Design am Neuwerk und am Hermesgelände waren Teil des Aufbaus einer neuen wissenschaftlichen Infrastruktur. Rauen förderte die Straßenbahnverbindung zwischen Alt-Halle und Halle-Neustadt und die Bebauung der Spitze mit dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke, dem MDR-Rundfunkhaus und der Georg-Friedrich-Händel-Konzerthalle. Für das Stadtjubiläum 2006 übernahm er den Vorsitz im Kuratorium 1200 Jahre Halle e.V. Rauen war Vorstandsrat des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Die Gründung der „Stiftung Volkssolidarität Halle“ wurde von ihm mit auf den Weg gebracht. Nach seiner Pensionierung arbeitete Klaus Peter Rauen in einer halleschen Anwaltskanzlei.
Seit 1955 war Rauen Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Alania Bonn. Am 30. Juli 2001 erfolgte seine Bandaufnahme in die K.D.St.V. Rheno-Saxonia (Köthen) zu Halle, die ihren Sitz an der halleschen Moritzkirche hat. Klaus Peter Rauen erhielt 1993 das Bundesverdienstkreuz am Bande und im Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Seinen Lebensabend verbrachte er in Bonn, blieb der Stadt Halle aber weiterhin verbunden. In der Nacht zum 9. Mai 2018 starb Klaus Peter Rauen nach langer schwerer Krankheit. Auf dem Melaten-Friedhof in Köln wurde er beigesetzt.

Quellen:
Stadtarchiv Halle, Familienarchiv FA 10100, Rauen, Klaus Peter Dr. jur.
Ralf Jacob: Kurzbiographie zum Benennungsvorschlag einer Straße in Halle nach Dr. Klaus Peter Rauen. In: Stadtarchiv Halle, Zeitungsarchiv, 27.11.2018
Informationen von Matthias Hünert, K.d.St.V. Rheno-Saxonia Köthen zu Halle im CV
Klaus Peter Rauen: Halle im Wandel. Reden 1991-2000. Halle, 2001.

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