Bildung im Vorübergehen:

Albert-Ebert-Straße

Zusatzschild-Text:
Hallescher Maler und Grafiker, Chronist der Poesie des Alltags
Spender:
gespendet von Rosemarie und Dirk Ullmann
Status:
realisiert am 26.04.2012

Albert Ebert (1906-1976)

Albert Ebert wurde am 26. April 1906 in Halle geboren. Sein Vater war Maurer, seine Mutter Plätterin. Er hatte acht Geschwister, drei davon starben schon in früher Jugend. Nach dem Besuch der Volksschule begann Ebert eine Maurerlehre. Er arbeitete als Laufbursche, Transportarbeiter, Hilfsarbeiter und selbständiger Wanderverkäufer von Wollsachen. Zeitweise erhielt er Sozialunterstützung und war arbeitslos.

Von 1939 bis 1945 war er Soldat. Der Krieg war für ihn eine desillusionierende Erfahrung. Er hat überliefert, dass er kurz vor seiner Gefangennahme in Russland den persönlichen Entschluss fasste, falls er das Grauen überstehen sollte, etwas Wunderbares zu schaffen, nämlich Maler zu werden. Was er malen wollte, sollte all das Schöne und Friedliche des Lebens sein, die Blumensträuße, die kleinen Kinder mit den Rosenkränzchen, und alle sollten sich daran freuen. Als 40-Jähriger studierte er einige Semester an der halleschen Kunsthochschule Burg Giebichenstein. Der dortige Professor Charles Crodel erkannte sein Talent und setzte sich für ihn ein. 1951 wurde er in den Verband Bildender Künstler aufgenommen.

Die Möglichkeiten, für sich, seine Frau und zwei Kinder den Lebensunterhalt als Maler zu verdienen, erwiesen sich als äußerst schwierig. Er arbeitete deshalb als Heizer in der Kunsthochschule und als Hilfsarbeiter. Nachts malte er. Im Februar 1957 fand eine Personalausstellung mit 50 Ölbildern im Pavillon der Berliner Zeitung statt. Wesentliche Künstlerkollegen erkannten seine Bedeutung, die Nationalgalerie Berlin kaufte ein Bild. Ab da begann eine nicht abreißende Reihe von Ausstellungsbeteiligungen und Einzelausstellungen in Deutschland und im Ausland. 1959 erschien eine erste Monografie über ihn von Elmar Jansen.

Ab 1964 beschäftigte sich Ebert mit Druckgrafik, zunächst mit Radierungen, später mit Lithographien. Auch entstanden Illustrationen, unter anderem zu Stücken von Peter Hacks, die schließlich mit den kolorierten Lithographien zu Adam und Eva einen Höhepunkt fanden. 1974 kam das Buch von Gerhard Wolf „Albert Ebert. Wie ein Leben gemalt wird“ im Union Verlag Berlin heraus. Es enthält auch eine Auswahl der Lebenserinnerungen des Künstlers. 1973 erhielt Ebert den Kunstpreis der Stadt Halle. Seine letzten Lebensjahre waren geprägt durch eine leichte Verbesserung seiner äußeren Lebensbedingungen. Gleichzeitig schwächten Krankheit und eine fortschreitende Verschlechterung seines Sehvermögens seine Arbeitskraft.

Am 15. August 1976 eröffnete die Staatliche Galerie Moritzburg Halle für den 70-jährigen Künstler eine Ausstellung mit 300 Ölbildern, die sich über 30 000 Besucher anschauten. Am 21. August des gleichen Jahres starb Ebert in Halle. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Halle-Kröllwitz. 2001 und 2006 wurden zwei repräsentative Bücher über sein malerisches und grafisches Werk herausgegeben. Die Galerie Moritzburg eröffnete 2010 ein Albert-Ebert-Kabinett.

Eberts Wunsch etwas Wunderbares zu schaffen, hat sich erfüllt. Seine Bilder erreichen inzwischen auf dem Kunstmarkt erhebliche Preise. Einzelne Bilder erzielen Summen, die zu Lebzeiten des immer in bescheidenen Verhältnissen lebenden Künstlers undenkbar gewesen wären.

Helmut Brade

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