Bildungsfonds 2016

Neue Nachbarn

Bei der diesjährigen Ausschreibung des Bildungsfonds wurden Projekte gesucht, die Begegnungen schaffen. Die Bürgerstiftung Halle und der Rotary-Club Halle (Saale) prämierten nun sechs Projekte, die das Miteinander von Jung und Alt, Neu- und Junghallensern in den Fokus stellen. Denn wenn man sich kennt und voneinander weiß, schafft das Vertrauen und Verständnis. Die Hallenserinnen und Hallenser sind eingeladen, die unterstützten Projekte zu nutzen und  von den Begegnungen zu profitieren:

Sprachbrücke Halle e.V. (1.500€): Wie bringt man erfolgreich Menschen zusammen, die weder Sprache noch Kultur gemeinsam haben? Eine internationale Gemeinsamkeit ist das Radfahren. Dank der Unterstützung durch den Bildungsfonds konnte der Verein Sprachbrücke Halle e.V. ein umfangreiches Fahrrad-Projekt umsetzen und dabei Menschen mit einer erstaunlichen Vielzahl an Begabungen, Fähigkeiten und Herkunft zusammenbringen. Gemeinsam mit dem Stadtgarten in Glaucha, dem Repair Café Halle, ehrenamtlichen Helfern und Geflüchteten konnten gespendete, meist reparaturbedürftige Fahrräder instand gesetzt und wieder verkehrstauglich gemacht werden. Mit diesen Fahrrädern lernten geflüchtete Frauen aus Syrien, Afghanistan und dem Iran das Fahrradfahren und durften sie nach einer erfolgreichen Verkehrsschulung durch die Polizei natürlich auch stolz und glücklich mit nach Hause nehmen. Ein rundum gelungenes Projekt, das Menschen auch über das Radfahrenlernen hinaus verbinden wird.

Stiftung Marthahaus (1.440 €): Im November 2015 startete im Marthahaus eine Lernwerkstatt Deutsch, welche geflüchteten Menschen helfen sollte, in der deutschen Sprache Fuß zu fassen. Vier ehrenamtliche Helfer und eine Übersetzerin Deutsch-Arabisch sind bis heute mit im Team. Erstaunlich, was alles daraus gewachsen ist: Einzelsprachpatenschaften, Hilfe bei Ämterwegen, bei Wohnungs- und Jobsuche, bei Gängen zum Arzt, gemeinsame Freizeitgestaltung und Fahrradwerkstatt. Gegenwärtig konnte das Marthahaus zwei Syrer, die im letzten Jahr nach Deutschland kamen, in Minijobs in ihre Stiftung einbinden. Mehrere andere bekamen die Möglichkeit, über Ehrenämter ihre Fähigkeiten auszuprobieren. Ein besonderes Projekt ist das Projekt „Über den Tellerrand schauen“, welches von der Bürgerstiftung Halle Migranten in die Lage versetzt, als Experten ihr Land und dessen Koch- und Essgewohnheiten bei Senioren vorzustellen. In gemütlicher Runde wurde zugehört , gefragt, geschnippelt, gekocht und das Zubereitete verzehrt. Diese kleine Reihe des interkulturellen Kochens erfreut sich bei den Senioren großer Beliebtheit und ermöglicht tatsächliches Interesse und Begegnung.

Aktionstheater Halle e.V. (560 €): „Wie klingt mein Viertel“ fand an fünf verschiedenen Terminen in und um die Grüne Villa in Halle-Neustadt statt. Mit Mikrophon und Verstärker wurden die Anwohner angelockt. Hauptsächlich Kinder nahmen rege an den Veranstaltungen teil und trällerten ihr Liedgut in das Mikrophon. Es wurden unter anderen Freestyle Raps, deutsche Weihnachtslieder mitten im Sommer, arabische Volkslieder oder spanische Kinderlieder gesungen. Sehr angesagt waren auch Beatboxeinlagen da sich hier die Menschen ohne Sprache und individuellen Rhythmen artikulieren konnten. Die letzte Veranstaltung fand zum Straßenfest der Grünen Villa am 24.09 statt. Dort gab es eine Große Bühne für die Künstler und viel Begeisterung bei den Anwohnern. (Fotos von Sabine Wöller.)

Luthergemeinde Halle (500 €): Die Luthergemeinde Halle hat das Projekt „Zeitpaten“ ins Leben gerufen. Die Paten helfen Kindern und Erwachsenen mit Fluchterfahrung bei Hausaufgaben, dem Lernen der deutschen Sprache oder Behördengängen. Zudem finden zwei Begegnungsfeste statt, die durch den Bildungsfonds gefördert werden.

Netzwerk "un-sichtbar" / Freunde und Förderer der Religionswissenschaft Leipzig e.V.
c/o Religionswissenschaftliches Institut (500 €):
Audioguide un-sichtbares Halle - Religionsvielfalt zum Sehen und Hören. Religion wird unserer Gesellschaft immer wieder kontrovers diskutiert. Doch welche Religionsgemeinschaften gibt es in Halle? Wo sind sie ansässig? Wo begegnen wir Religionen im Alltag und wie wird Religion in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Diesen Fragen spürt un-sichtbares Halle nach und ermöglicht so einen anderen Blick auf die Stadt. Der Audioguide wurde 2016 von Studierenden der Religionswissenschaft an der Universität Leipzig entwickelt. Die Webseite www.un-sichtbares.de bietet Hörclips zu verschiedenen religiösen Orten in Halle. Zusammen ergeben die Orte einen Rundgang durch die religiöse Landschaft Halles.

Wie funktioniert‘s? Die Clips herunterladen oder streamen, anhand des Routenvorschlags die Orte aufsuchen, Hörclips abspielen und den weiteren Anweisungen des Rundgangs und der Hörclips folgen.

Un-sichtbares Halle ...
... bietet einen gut verständlichen und spannenden Einblick hinter un-sichtbare Fassaden.
... erklärt grundlegende Glaubensvorstellungen einzelner Religionsgemeinschaften und  
    historische Zusammenhänge.
... stellt verschiedene Facetten von Religionsgemeinschaften und religiösen Orten in Halle   
    vor.
... thematisiert die Interaktionen der Religionsgemeinschaften in Halle mit der Gesellschaft.
... ist ein Bildungsprojekt, das für die Wahrnehmung von verschiedenen Formen von Religion
    sensibilisiert.

kochHalle e.V. (500 €): Das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan wird von Muslimen mit dem Zuckerfest, das Fest des Fastenbrechens gefeiert. Und um den neuen Mitbürgern in Halle ein wenig Heimatgefühl zu vermitteln und Hallensern die Gelegenheit zu bieten, einen Teil der muslimischen Kultur kennenzulernen, veranstaltete kochHalle e.V. am 8. Juli 2016 ein kleines Fest an der Waldbühne am Peißnitzhaus. Und ein Fest des Zuckers war es tatsächlich angesichts der vielen süßen Spezialitäten, die neben herzhaften Speisen mitgebracht wurden. Mit dem gemeinsamen Essen und Erzählen und Tanzen wurden Deutsche und Geflüchtete, Christen, Muslime, Atheisten ... auf schöne Weise zusammengebracht.

In der Jury engagierten sich in diesem Jahr Sulamith Fenkl-Ebert (Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V.), Dorothee Fischer (Vorstand Bürgerstiftung Halle), Mirko Petrick (Kinder- und Jugendbeauftragter Halle (Saale)),  Roland Tenner (Rotary-Club Halle (Saale)) und Ute Winkler (Vorstand Bürgerstiftung Halle). 

Bürgerstiftung Halle – Gemeinsam wird's mehr.

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