Wolfgang Langenbeck (1899-1967)

 

Nach Schulausbildung und Studium der Chemie in Göttingen übernahm er eine Assistenz an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Mit dem Ruf als Professor an die Universität Münster im Jahre 1926, dem ein einjähriger Aufenthalt an der Yale University in den USA vorausging, widmete er seine wissenschaftliche Arbeit dem Gebiet der Fermentmodelle, die in den folgenden Jahren zur Entwicklung der der organischen Katalyse führte. In seine Zeit in Münster fielen auch die Erarbeitung und Herausgabe seines „Lehrbuch der Organischen Chemie“, welches noch kurz vor seinem Tode in einer von ihm redigierten Fassung in der 21. Auflage erschien. Dieses Lehrbuch qualifizierte sich zu einem der führenden Standardwerke im deutschsprachigen Raum. Langenbeck dokumentierte seine vielfältigen wissenschaftlichen  Arbeiten in mehr als 200 Publikationen.

Im Jahre 1933 folgte Langenbeck einem Ruf an die Universität Greifswald als Professor für Organische Chemie. Von 1940 bis 1945 war Langenbeck Professor für Organische und Organisch-Technische Chemie an der Technischen Hochschule in Dresden. Ab 1948 wirkte er in Rostock als Professor für Organische Chemie und schließlich in den Jahren von 1951 bis 1961 als Direktor des Institutes für Organische Chemie und des Institutes für Katalyseforschung.

Sein Wirken als Wissenschaftler, Forscher und Hochschullehrer erfuhr eine vielfältige Würdigung. So war er Mitglied der Leopoldina, der Deutschen Akademie der Wissenschaften der DDR und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Die DDR verlieh ihm im Jahre 1955 den Nationalpreis und die Chemische Gesellschaft der DDR, deren einer ihrer Präsidenten er war, zeichnete ihn im Jahre 1960 mit der höchsten Ehrung dieser Gesellschaft, der August-Kekule´-Medaille, aus.

In einem Nachruf von Alfred Rieche würdigte dieser Wolfgang Langenbeck als hervorragenden Wissenschaftler und akademischen Lehrer, als „Schöpfer der organischen Katalysatoren, synthetischer Modelle, die den natürlichen Fermenten nachgebildet sind. Es gelang ihm, organische Katalysatoren herzustellen, deren Wirksamkeit und Spezifität die von natürlichen Fermenten fast erreichten. Als Krönung seiner Arbeiten ist die Entwicklung der Theorie der Convalenzkatalyse zu betrachten, die für die Enzymchemie von großer Bedeutung ist.

 



Quelle: Stadtarchiv Halle (Saale), Archivale Nr.4261