Daniel Gottlob Türk (1750 - 1813)


Am 10. August 1750 wurde Daniel Gottlob Türk in Claußnitz (Erzgebirge/Sachsen) als erster Sohn des Strumpfwirkers und gräflich-schönburgischen Musicus instrumentalis Daniel Türk geboren. Er erhielt eine höhere Schulbildung an der berühmten Dresdner Kreuzschule, sang oft im Kreuzchor Motetten und Kantaten von Johann Sebastian Bach und erlernte dort das Orgelspiel.

Im Alter von 22 Jahren begann er das Universitätsstudium in Leipzig und wurde durch den damaligen Thomaskantor und Musikpädagogen Johann Adam Hiller (1726 - 1804) in die Barockmusik eingeführt. 1774 wurde ihm in Halle, auf Empfehlung Hillers, das Kantorat an der Ulrichskirche übertragen. In dieser Zeit entstanden vier Symphonien, ein großes Chorwerk und vier Kantaten als erste Werke.

1779 erhielt Türk das Recht, an der halleschen Friedrichs-Universität Vorlesungen über die Theorie der Musik und die musikalische Satzkunst abzuhalten. Damit verbunden war die Verleihung des Titels „Universitäts-Musikdirektor“, ein Titel, welcher zur damaligen Zeit erst zum zweiten Mal in Deutschland verliehen wurde. Türk betreute musikalisch alle Universitätsveranstaltungen. Zusätzlich zum bereits unter der Leitung von Johann Christoph Gottfried Weinmann existierenden Collegium musicum bildete er aus der Studentengemeinde ein weiteres akademisches Collegium musicum, dessen Konzerte in enger Zusammenarbeit mit Weinmann einen entscheidenden Faktor im halleschen Musikleben darstellten.

Im Jahr 1783 heiratete er Johanna Dorothea Rosine Schimmelpfennig und hatte mit ihr zwei Kinder. Die Familie wohnte in der Großen Steinstraße 82, von Freunden scherzhaft die „Türkey“ genannt.

1787 übertrug man Türk das Organistenamt der Marktkirche, welches er bis an sein Lebensende ausübte. Die große Orgel wurde nach seinen Plänen umgebaut.

1789 erschien nach jahrelangen Vorarbeiten seine epochemachende Clavierschule oder Anweisung zum Clavierspielen für Lehrer und Lernende. Türk verfolgte in ihr besondere didaktische Ziele, nämlich ein selbständiges Denken des Pianisten zu entwickeln. Sein Lehransatz ging also weit über die Vermittlung und Darstellung von Lehrmethoden hinaus. Die Anzahl der für einen solchen Unterricht geeigneten Klavierstücke war seiner Einschätzung nach nicht sehr groß. Und so komponierte er selber zwölf kleine „Handstücke“ hinzu.

1808 – nach dem Tod seiner Frau – übernahm Türk die Leitung des halleschen Stadtsingechors, welcher nach dem Siebenjährigen Krieg aufgrund der mangelnden Sängerzahl allein keine großen Konzerte mehr bestreiten konnte. Unter seiner Leitung und verstärkt durch Bürger und Studenten gewann der Chor wieder an Bedeutung. Türk erreichte eine spürbare qualitative Verbesserung der Chortätigkeit und konnte einzelne Sänger des Chores bei geistlichen und weltlichen Konzerten zu Solisten ausbilden. Auch als Chorerzieher errang Türk bedeutende Erfolge.

Im gleichen Jahr erhielt er die Ehrendoktorwürde der philosophischen Fakultät und wurde zeitgleich von der Universität zum Professor der Musik befördert.

Als begeisterter Anhänger von Händels Musik war Türk bemüht, eine Händeltradition in Halle zu begründen, welches allerdings damals aufgrund der unsicheren politischen Lage nicht gelang.

Daniel Gottlob Türk schrieb 28 Klaviersonaten und mehrere Lieder und verstarb im Jahr 1813 an einem schweren Leberleiden.

Evelyn Lange
Freundes- und Förderverein des Stadtsingechores zu Halle e.V.


Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Daniel_Gottlob_Türk
Ev. Luth. Kirchengemeinde Claußnitz: kirche-claussnitz.de unter Stichpunkt Geschichte „Daniel G. Türk“
www.claussnitz.de/index.php/vereine/heimatverein