Gustav Bachmann (1883-1941)


Louis Franz Gustav Bachmann wurde am 13. Januar 1883 als Sohn des Kesselschmieds Gustav Ferdinand Bachmann und der Friederike Wilhelmine Henriette, geb. Voigt. in Halle geboren. Er wuchs in der Zwingerstraße im Glaucha-Viertel auf. Nach dem Schulabschluss arbeitete er in der Ziegelei Passendorf, später als Bauarbeiter. Als solcher war Gustav Bachmann 1936 am Aufbau des Synthesekautschukwerkes in Schkopau (das spätere Buna-Werk) beteiligt.

Ab 1919 schloss sich Gustav Bachmann aktiv den Kämpfen der Arbeiterklasse an. Er war zunächst Mitglied der USPD und dann der daraus hervorgegangenen KPD. Er hatte Funktionen in der organisierten Arbeiterschaft und in der Gewerkschaft. Im August 1933 wurde er zu zwei Jahren Gefängnishaft verurteilt, die er in Torgau, Berlin und in der Strafanstalt Halle am Kirchtor absaß. 1938 wurde Gustav Bachmann erneut verhaftet. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Gefängnisstrafe von neun Monaten wegen eines Vergehens nach dem Heimtückegesetz, das u. a. alle kritischen Äußerungen gegen das Reich und seine Regierung kriminalisierte. Dagegen sprach das Sondergericht Halle Gustav Bachmann am 6. Januar 1941 frei. Wieder in Haft wurde er derart schwer misshandelt, dass man ihn in die Medizinische Klinik der Universität am Melanchthonplatz entließ, wo er seinen Verletzungen an Nieren und Lunge am 10. Mai 1941 erlag.

Gustav Bachmann war verheiratet mit Franziska Anna Keller, mit der er zehn Kinder hatte. Er wurde auf dem Südfriedhof begraben. Sein Name findet sich auf dem dort angelegten Ehrenhain der antifaschistischen Widerstandskämpfer.

Quellen:
Michael Viebig, Leiter der Gedenkstätte Roter Ochse Halle (Saale)
Unterlagen der Familie Gustav Bachmanns, Gespräche mit Regina Preiß, Enkelin